Wohnungsbau 2026: Genehmigungen steigen, Neubau stockt

Wohnungsbau 2026: Genehmigungen steigen, Neubau stockt

Wohnungsbau 2026: Genehmigungen steigen, Neubau stockt

Der deutsche Wohnungsmarkt sendet derzeit zwei gegenläufige Signale. Auf der einen Seite ziehen die Baugenehmigungen erstmals seit Jahren wieder deutlich an, auf der anderen Seite kommen kaum mehr fertige Wohnungen auf den Markt als im Vorjahr. Für Eigentümer, Verkäufer und Kaufinteressenten in der Metropolregion Nürnberg ist dieser Widerspruch mehr als eine Statistik – er bestimmt, wie sich Angebot, Nachfrage und Preise in den kommenden Jahren entwickeln.

Baugenehmigungen erholen sich – von niedrigem Niveau

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurde von Januar bis April 2026 der Bau von rund 83.700 Wohnungen genehmigt. Das sind etwa 13,2 Prozent oder rund 9.800 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allein auf neu zu errichtende Wohngebäude entfielen davon rund 68.400 Wohnungen, ein Plus von etwa 13,4 Prozent.

Warum die Trendwende noch keine Entwarnung ist

Der Zuwachs klingt beachtlich, er misst sich jedoch an einem historisch schwachen Vorjahr. Zwischen Genehmigung und Bezugsfertigkeit vergehen in der Praxis zwei bis vier Jahre – der heutige Genehmigungsanstieg entlastet den Markt also frühestens gegen Ende des Jahrzehnts. Zudem sagt eine Genehmigung nichts darüber aus, ob ein Projekt tatsächlich gebaut wird: Viele Vorhaben liegen wegen Bau- und Finanzierungskosten weiterhin auf Eis.

Fertigstellungen bleiben das eigentliche Nadelöhr

Genau hier liegt das Problem. Aktuelle Prognosen gehen für 2026 von lediglich rund 211.000 fertiggestellten Wohnungen in Deutschland aus – kaum mehr als im Vorjahr und weit entfernt von dem, was zur Deckung des Bedarfs nötig wäre. Bundesweit fehlen nach aktuellen Marktdaten rund 1,35 Millionen Wohnungen.

Was das für Bestandsimmobilien bedeutet

Wenn zu wenig neu gebaut wird, verschiebt sich die Nachfrage in den Bestand. Das zeigt sich bereits in den Preisen: Im zweiten Quartal 2026 legten Bestandswohnungen laut aktuellen Marktdaten um rund 6,8 Prozent auf durchschnittlich etwa 3.226 Euro pro Quadratmeter zu, während Neubauwohnungen mit rund 5.171 Euro pro Quadratmeter nur etwa 0,8 Prozent teurer wurden. Die Preislücke zwischen Neubau und Bestand schließt sich damit spürbar – ein Vorteil für Eigentümer gepflegter Bestandsimmobilien.

Einordnung für die Region Nürnberg, Fürth und Erlangen

Die Metropolregion Nürnberg gehört zu den wirtschaftlich stabilen Ballungsräumen mit anhaltendem Zuzug. Dort wirken bundesweite Neubaudefizite besonders direkt: Wer heute eine gut geschnittene Wohnung oder ein Einfamilienhaus in guter Lage anbietet, trifft auf eine Nachfrage, die durch Neubau auf absehbare Zeit nicht bedient werden kann.

Drei Konsequenzen für Eigentümer

  • Bestand gewinnt an Relevanz: Solide Bausubstanz in etablierten Lagen bleibt knapp und damit gefragt.
  • Qualität entscheidet stärker denn je: Energetischer Zustand, Grundriss und Sanierungsstand trennen zunehmend den erzielbaren Preis.
  • Der Preis muss zum Objekt passen: Auch ein knappes Angebot verzeiht keine überzogene Vorstellung – zu hoch angesetzte Immobilien bleiben länger am Markt und verlieren an Attraktivität.

Ausblick: stabile Preise, knappes Angebot

Für 2026 rechnen Marktbeobachter mit weiter moderat steigenden Preisen für selbst genutzte Wohnimmobilien – laut einer aktuellen Untersuchung des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken im Jahresverlauf mit rund drei Prozent. Bereits 2025 hatten die Wohnimmobilienpreise laut Statistischem Bundesamt im Jahresdurchschnitt um rund 3,2 Prozent zugelegt. Die Kombination aus stockendem Neubau und stabiler Nachfrage spricht dafür, dass sich diese Entwicklung in nachgefragten Regionen fortsetzt.

Unsere Empfehlung

Wer den Verkauf einer Immobilie in Nürnberg, Fürth, Erlangen oder Schwabach erwägt, trifft derzeit auf ein Marktumfeld mit knappem Angebot und aufnahmefähiger Nachfrage. Entscheidend ist eine marktgerechte, sauber hergeleitete Preisfindung und eine Vermarktung, die den Zustand der Immobilie ehrlich und zugleich hochwertig darstellt. Eine fundierte Einschätzung ist dafür der erste Schritt – gerade bei Verkäufen aus Scheidung, Erbschaft oder aus Altersgründen, bei denen Diskretion und Verlässlichkeit besonders zählen.

Symbolbild: Foto von Marcus Lenk / Pexels.

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