Heizungsgesetz sorgt für Verunsicherung bei Vermietern
Das novellierte Gebäudeenergiegesetz (GEG), besser bekannt als „Heizungsgesetz“, beschäftigt seit Monaten Eigentümer, Vermieter und Mieter gleichermaßen. Eigentümerverbände warnen inzwischen vor erheblichen finanziellen Folgen – besonders für Vermieter von Wohnungen mit alten Gasetagenheizungen. Im Raum steht sogar die Befürchtung, dass deshalb zahlreiche Mietwohnungen vom Markt verschwinden könnten, weil sich eine Vermietung für viele Eigentümer schlicht nicht mehr lohnt.
Doch wie berechtigt sind diese Sorgen wirklich? Wir ordnen die aktuelle Debatte ein und zeigen, welche Optionen Eigentümer haben.
Worum geht es konkret?
Der Verband Haus & Grund hat mit einer Warnung für Aufsehen gesorgt: Bis zu drei Millionen Wohnungen könnten künftig nicht mehr vermietet werden. Hintergrund ist eine Regelung, nach der Vermieter bei neu eingebauten Gasheizungen einen Teil der laufenden Heizkosten mittragen müssen, wenn die Anlage nicht den künftigen energetischen Anforderungen entspricht.
Besonders betroffen sind Gebäude mit klassischen Gasetagenheizungen – also Wohnungen, in denen jede Einheit eine eigene Heizanlage besitzt, statt zentral über eine Hausheizung versorgt zu werden. Eine Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) verweist genau auf diesen Wohnungstyp als Problemfall: Eine Umrüstung auf zentrale Wärmepumpensysteme ist hier technisch aufwendig und mit hohen Investitionskosten verbunden.
Welche Lösungen gibt es?
Ganz so dramatisch, wie es zunächst klingt, muss die Lage allerdings nicht sein. Es gibt durchaus praxistaugliche Alternativen zur teuren Komplettsanierung:
- Etagenwärmepumpen: Diese kompakten Geräte ersetzen die bisherige Gasetagenheizung direkt in der Wohnung – ohne aufwendige Eingriffe in die zentrale Gebäudetechnik.
- Ausbau der Fernwärme: In vielen Städten und Gemeinden wird das Fernwärmenetz aktuell gezielt erweitert, was gerade für Mehrfamilienhäuser eine attraktive Option darstellen kann.
- Schrittweise Sanierungsstrategien: Viele große Wohnungsunternehmen setzen längst auf langfristige Dekarbonisierungspläne statt auf Hals-über-Kopf-Lösungen.
Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (BBU) sieht die Situation entsprechend deutlich entspannter als Haus & Grund und verweist auf bereits laufende Umstellungsprozesse in der Branche.
Was bedeutet das für Eigentümer in der Region Nürnberg?
Auch wenn die bundesweite Debatte teils emotional geführt wird: Pauschale Panik ist selten ein guter Ratgeber. Für Eigentümer in Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach lohnt sich stattdessen ein nüchterner Blick auf die eigene Immobilie:
- Welche Heizungsart ist aktuell verbaut?
- Wie alt ist die Anlage und wann steht ohnehin ein Austausch an?
- Ist eine Anbindung an Fernwärme in der jeweiligen Lage realistisch?
- Lohnt sich angesichts der zu erwartenden Investitionen eher eine Sanierung oder ein Verkauf?
Gerade die letzte Frage stellen sich derzeit viele Vermieter. Wer eine Wohnung mit veralteter Heiztechnik besitzt und vor hohen Sanierungskosten zurückschreckt, denkt zunehmend über einen Verkauf nach – während gleichzeitig Käufer mit Sanierungsbudget hier attraktive Einstiegsmöglichkeiten finden.
Unser Fazit
Das Heizungsgesetz verändert die Spielregeln für Vermieter – ein Wohnungssterben in der befürchteten Dimension ist jedoch keineswegs ausgemacht. Entscheidend ist eine frühzeitige, individuelle Bewertung der eigenen Immobilie.
Sie überlegen, ob sich eine Sanierung für Sie noch lohnt oder ob ein Verkauf die bessere Option ist? Als regionaler Immobilienexperte für die Metropolregion Nürnberg beraten wir Sie gerne unverbindlich zu den aktuellen Marktchancen für Ihre Immobilie.
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