Baugenehmigungen 2026: Trendwende am Wohnungsmarkt?

Baugenehmigungen 2026: Trendwende am Wohnungsmarkt?

Baugenehmigungen 2026: Trendwende am Wohnungsmarkt?

Der deutsche Wohnungsbau meldet nach Jahren des Rückgangs wieder deutlich bessere Zahlen. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes wurden im Mai 2026 rund 21.000 Wohnungen genehmigt – ein Plus von 24,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für Eigentümer, die einen Verkauf erwägen, stellt sich damit eine berechtigte Frage: Kündigt sich eine Entspannung am Markt an, die auf die Preise drückt? Ein nüchterner Blick auf die Zahlen zeigt ein differenzierteres Bild.

Die aktuellen Zahlen im Überblick

Der Aufwärtstrend ist kein Einzelmonat. Von Januar bis Mai 2026 wurden in Deutschland insgesamt rund 104.700 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden genehmigt. Das entspricht einem Zuwachs von 15,4 Prozent beziehungsweise rund 13.900 Wohnungen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Besonders auffällig: Im Neubau allein legte die Zahl der genehmigten Wohnungen im Mai um 29,9 Prozent zu.

Eine Erholung von niedrigem Niveau

Diese Dynamik setzt eine Entwicklung fort, die bereits im Vorjahr begonnen hat. Im Gesamtjahr 2025 wurde der Bau von rund 238.500 Wohnungen genehmigt – 10,8 Prozent oder etwa 23.200 Wohnungen mehr als 2024. Entscheidend für die Einordnung ist jedoch der Ausgangspunkt: 2024 war die Zahl der genehmigten Wohnungen auf den niedrigsten Stand seit 2010 gefallen. Die aktuellen Zuwachsraten wirken damit prozentual eindrucksvoll, gemessen am tatsächlichen Bedarf bleiben sie bescheiden.

Warum das Angebot dennoch knapp bleibt

Politisch angestrebt werden seit Jahren rund 400.000 neue Wohnungen jährlich, um die Wohnungsknappheit zu beseitigen. Von dieser Marke ist der Markt auch mit den verbesserten Zahlen weit entfernt. Fachleute weisen zudem auf einen wesentlichen Punkt hin: Eine Genehmigung ist noch keine fertige Wohnung. Zwischen Baugenehmigung und Bezugsfertigkeit liegen in der Regel mehrere Jahre, und ein Teil der genehmigten Projekte wird aus Kostengründen gar nicht realisiert.

Der Nachfrageüberhang wirkt weiter

Entsprechend erwarten Marktbeobachter keine Trendwende bei den Preisen. Nach einer Einschätzung des Bankenverbands BVR dürften die Immobilienpreise 2026 um rund drei Prozent zulegen. Als Begründung werden vor allem zwei Faktoren genannt:

  • Schwache Bauaktivität: Der Bedarf an neuen Wohnungen wird nach aktuellen Schätzungen nur zu etwa 58 Prozent gedeckt.
  • Anhaltender Nachfrageüberhang: Vor allem in wirtschaftsstarken Ballungsräumen übersteigt die Nachfrage das verfügbare Angebot weiterhin deutlich.

Was das für Eigentümer in der Metropolregion Nürnberg bedeutet

Die Metropolregion Nürnberg mit Fürth, Erlangen und Schwabach gehört zu den nachfragestarken Standorten in Bayern. Bundesweite Genehmigungszahlen lassen sich nicht eins zu eins auf einzelne Stadtteile oder Lagen übertragen – gerade im Premium-Segment ab 500.000 Euro ist der Markt kleinteilig und stark von Lage, Zustand und Objektzuschnitt geprägt.

Verkaufsentscheidungen sachlich vorbereiten

Für Eigentümer, die aus persönlichen Gründen verkaufen – etwa bei Scheidung, im Erbfall oder aus Altersgründen – ist die bundesweite Statistik ohnehin selten der ausschlaggebende Faktor. Wichtiger ist eine belastbare Einschätzung des eigenen Objekts: Welche vergleichbaren Immobilien wurden zuletzt tatsächlich verkauft? Welche Käufergruppe kommt infrage? Und welcher Preis lässt sich in einem realistischen Zeitraum erzielen, ohne dass das Objekt am Markt an Attraktivität verliert?

Fazit

Die steigenden Baugenehmigungen sind ein positives Signal für den Wohnungsbau, verändern die Grundkonstellation am Markt aber vorerst nicht: Das Angebot bleibt knapp, die Nachfrage in attraktiven Lagen hoch. Wer über einen Verkauf nachdenkt, sollte seine Entscheidung deshalb nicht an Schlagzeilen ausrichten, sondern an einer fundierten, objektbezogenen Bewertung. Gerne unterstützen wir Sie dabei mit einer marktgerechten Einschätzung Ihrer Immobilie in Nürnberg und Umgebung.

Symbolbild: Foto von Marcus Lenk / Pexels.

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